Das Regulationsraum-Modell®
Zustand vor Verhalten.
Menschen können ruhig wirken und gleichzeitig überlastet sein. Sie können sozial funktionieren, leisten und sich anpassen, obwohl ihre verfügbare Kapazität längst sinkt.
Sichtbares Verhalten bildet innere Zustände nicht zuverlässig ab.
Genau hier setzt das Regulationsraum-Modell® an.
Was wirkt gerade auf das Nervensystem?
Das Regulationsraum-Modell® ist ein von mir entwickeltes Zustands- und Wirkmodell zur Einordnung von Reizlast, Beziehungswirkung und Regulation.
Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, ob ein Verhalten angemessen, auffällig oder störend ist. Entscheidend ist:
Was wirkt gerade auf das Nervensystem – und in welche Richtung bewegt sich der Zustand?
Zustände entstehen nicht durch einen einzelnen Auslöser. Sie entwickeln sich aus dem gleichzeitigen Zusammenwirken verschiedener Faktoren:
- Reize
- Beziehung
- Umgebung und Kontextinnere Grundlast
- subjektive Wahrnehmung
- aktuell verfügbare Kapazität
Das Modell macht diese Dynamik sichtbar und verschiebt den Blick von der Bewertung eines Menschen auf die Bedingungen, unter denen sein Verhalten entsteht.
Warum dieses Modell notwendig ist
Institutionelle Systeme orientieren sich überwiegend an sichtbarem Verhalten.
Wer laut wird, wegläuft oder nicht mehr mitarbeitet, wird als belastet erkannt. Wer still bleibt, Leistungen erbringt und Erwartungen erfüllt, gilt häufig als stabil.
Gerade hochmaskierende neurodivergente Menschen verschwinden in dieser Logik.
Das Regulationsraum-Modell® ermöglicht eine andere Einordnung. Es macht sichtbar, dass:
- ruhiges Verhalten keine innere Stabilität beweist,
- Anpassung eine hochbelastende Kompensationsleistung sein kann,
- Reize und Beziehung gleichzeitig auf einen Zustand wirken,
- verfügbare Kapazität nicht von außen zuverlässig abgelesen werden kann
- und Eskalation häufig das späte Ergebnis einer länger bestehenden Belastungsdynamik ist.
Was das Modell leistet
Das Regulationsraum-Modell® kann als:
- Reflexionshilfe
- Gesprächsgrundlage
- Beobachtungsmodell
- Übersetzungshilfe
- Grundlage für Fall- und Teamsitzungen
- Orientierung für Konzepte und Materialien
- fachlicher Rahmen für Fortbildungen und institutionelle Entwicklung
eingesetzt werden.
Es unterstützt dabei:
- Belastung früher sichtbar zu machen,
- Masking nicht mit Bewältigung zu verwechseln,
- Missverständnisse zwischen Innen- und Außenwahrnehmung zu reduzieren,
- Reiz- und Beziehungsdynamiken einzuordnen,
- vorhandene Kapazität realistischer einzuschätzen
- und stabilisierende Bedingungen zu entwickeln, bevor Überforderung eskaliert.
Was das Modell nicht ist
Das Regulationsraum-Modell® ist:
- kein Diagnostikverfahren,
- kein normiertes Messinstrument,
- keine Typisierung von Menschen,
- keine standardisierte Verhaltensbewertung
- und kein starres Stufenmodell.
Es beschreibt keine Persönlichkeit und legt keinen Menschen auf einen Zustand fest.
Es macht einen momentanen Wirkzusammenhang sichtbar. Zustände bleiben beweglich, subjektiv und kontextabhängig.
Einsatzfelder
Das Regulationsraum-Modell® ist institutionsübergreifend angelegt.
Mögliche Einsatzfelder sind unter anderem:
- Schule und Bildung
- Kinder- und Jugendhilfe
- Eingliederungshilfe
- pädagogische und soziale Einrichtungen
- Beratung und Begleitung
- Pflege und Betreuung
- multiprofessionelle Teams
- Organisationen, die neurodivergente Menschen beschäftigen oder begleiten
Die konkrete Anwendung richtet sich nach Auftrag, Kontext und fachlicher Zielsetzung.
Die Regulationsraum-Schule™
Die Regulationsraum-Schule™ ist eine konkrete Übertragung der Regulationsraum-Logik auf das System Schule.
Das von mir entwickelte Schulkonzept beschreibt ein gesundheitsorientiertes, inklusives und reizlogisch aufgebautes Schulmodell. Es richtet schulische Strukturen nicht primär an äußerer Anpassung aus, sondern an den neurobiologischen Voraussetzungen von Lernen und Regulation.
Das Konzept umfasst unter anderem:
- strukturelle Reizreduktion
- klare Kommunikations- und Orientierungsstrukturen
- Safe-Zones und Rückzugsmöglichkeiten
- regulationsorientierte Tages- und Pausenstrukturen
- bewegungsaktive Lernmöglichkeiten
- präventive Unterstützung statt später Interventionpädagogische Assistenz als feste Teamressource
- einen stufenweisen Implementations- und SkalierungsplanMonitoring und Evaluation
Die vollständige Konzeptfassung liegt schriftlich vor. Sie ist nicht öffentlich frei verfügbar.
Ausgewählte Einblicke können im Rahmen fachlicher Gespräche, institutioneller Kooperationen oder konkreter Projektanfragen zur Verfügung gestellt werden.
Aktueller Stand
Das Regulationsraum-Modell® liegt als umfangreiche Arbeitsfassung vor und wird fachlich weiterentwickelt.
Es bildet bereits die Grundlage für Praxisleitfäden, Arbeitsmaterialien, Vorträge und Workshops und wird schrittweise in institutionellen Kontexten vorgestellt und erprobt.
Vertiefende methodische Inhalte und Materialien werden nicht frei veröffentlicht, sondern im Rahmen von Fortbildungen, Kooperationen und beauftragten Projekten eingesetzt.
Urheberschaft und Nutzung
Das Regulationsraum-Modell®, die Regulationsraum-Schule™ sowie die dazugehörigen Konzepte, Darstellungen und Materialien wurden von Lisa Divavu entwickelt.
Die Veröffentlichung auf dieser Website dient der fachlichen Information. Sie erteilt keine Erlaubnis zur Übernahme, Vervielfältigung, Weitergabe oder Anwendung der methodischen Inhalte in eigenen Konzepten, Schulungen, Materialien oder institutionellen Prozessen.
Eine Nutzung ist nur nach vorheriger schriftlicher Vereinbarung möglich.
Zusammenarbeit
Einrichtungen, Träger, Schulen und andere Institutionen können das Regulationsraum-Modell® im Rahmen von Vorträgen, Fortbildungen, Konzeptarbeit oder fachlichen Kooperationen kennenlernen.
Hinweis: Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert.




